Grüner Hering rot



„Grüner Hering rot" hat mit politischen Koalitionen nichts zu tun, wohl aber mit Koalitionen:

Der Hering fristet hierzulande seit der Wende ein Hungerdasein, weil er als Arme-Leute-Kost in Misskredit geraten ist. Durch die Überfischung ist sein Preis zwar etwas angezogen, aber sein Ruf ist weiterhin nicht der beste.

Zu Unrecht!!! Denn einem frischen Hering - wohlgemerkt: man kauft ihn mit Kopf, unausgenommen und ungeschuppt, um ihm die inneren Qualitäten äußerlich ansehen zu können - kann keine Zuchtforelle das kulinarische Wasser reichen. Schon gar nicht, wenn er aus der Ostsee stammt!

Und im Hochsommer - und nur während dieser Jahreszeit - kommt es dann zu besagter rot-grüner Koalition:

Blutrot sollte es an und hinter den Kiemen ausschauen. Augen und Haut müssen glänzen. Nur dann sind die Küchen-Segel gesetzt für eine kulinarische Ostsee-Kreuzfahrt.


Zutaten: (pro Person)

2-3 Ostsee-Heringe
1 Tomate
Butter
2,5 El. Olivenöl
0,5 El. Zitrone
Etwas Petersilie
Pfeffer und Salz


Zubereitung:

Die Heringe ausnehmen (lassen).
Vorsichtshalber mit dem Messerrücken vom Schwanzende zum Kopf hin die restlichen Schuppen unter fließendem Wasser entfernen.
Und vor allem die dünnen schwarzen Häute in der Bauchhöhle abziehen.

Danach geht's schneller als man denkt:

In eine beschichtete Pfanne reichlich Butter mit 1 El. Olivenöl geben und erhitzen.
Die Heringe salzen und pfeffern, in Mehl wälzen und das überschüssige Mehl abschütteln.
Die Heringe im Butter-Öl-Gemisch auf jeder Seite für ca. 3 Minuten braten.

Zwischenzeitlich die Tomaten enthäuten, entkernen und in kleine Würfel schneiden.
Die Petersilie waschen, schleudern und die Blätter fein hacken.

Alles - die ausgenommenen Heringe ausgenommen - mit 1,5 El. Olivenöl, Pfeffer und Salz sowie dem Zitronensaft in ein Schraubglas geben und kräftig schütteln.

Die Heringe auf Küchenkrepp legen und im zuvor auf 80 Grad vorgeheizten Ofen geben.

Anrichten und mit der Vinaigrette - das ist das Zeugs, das zuvor durchgeschüttelt wurde - beträufeln.

Dazu einen frischen Salat.


Ach ja:

Wer den Hering auf dem Teller nicht kennt, dem ist er ob der Gräten ziemlich fremd!

Aber keine Angst: Längs der bei jedem Fisch - so er nicht platt ist und auf Flunder, Scholle oder Butt getauft wurde - vorhandenen und sichtbaren Mittellinie mit dem Messer das Fleisch vorsichtig nach oben und unten von den Gräten heben. Dann beherzt den Schwanz packen und die Karkasse vom Fleisch trennen.


Viel Spaß beim Kochen, gutes Gelingen und einen gesunden Appetit

wünscht Euch


Euer Aal - Fred

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