Hallo Leute,

Ihr fragt Euch sicherlich, warum eine Zimmervermittlung aus dem Ostseebad Zingst neben tollen Rezepten von der Küste auch Rezepte aus Bayern ins Netz stellt.

Dann vernehmt diese kleine Geschichte, die vom Hofschreiber des letzten Bayernkönigs niedergeschrieben und kürzlich in den verstaubten Archiven der bayrischen Staatskanzlei wiedergefunden wurde:


Geheim-Rezept gegen den Zingst-Virus


Es begab sich im Jahre 9 der neuen gesamtdeutschen Zeitrechnung.
Bayern-König Edmund, aufgeschreckt durch die neuesten Urlaubsstatistiken, beauftragte einige seiner treuesten Gefolgsleute, in geheimer Mission in den hohen Norden zu reisen, um zu erkunden, warum von Jahr zu Jahr immer mehr Deutsche ihren Urlaub lieber im Ostseebad Zingst als in Bayern verbringen und wie man diesem Ärgernis begegnen könnte.
Nur einer der Getreuen kehrte von dieser Reise zurück.
Was er seinem König zu berichten hatte, war deprimierend.
Er berichtete von der einzigartigen ...   und alles überragenden ...   sowie nicht zu übertreffenden ...   . Ferner von der traumhaften ...   und unvergesslichen ...
Dies alles, so der Getreue, könnte Bayern seinen Urlaubern nicht bieten.
Statt der großen, weiten Ostsee z.B. mit ihrem endlosen und feinsandigen Strand hätte Bayern nur kleine verschilfte Tümpel zu bieten. Und den größten dieser Tümpel, den Bodensee, müssten sich die Urlauber auch noch mit den Schweizern und Österreichern teilen.
Auch hätten sie in Bayern naturbedingt nicht die allseits geschätzte Weitsicht dieser Nordlichter, da überall Berge und Wälder die Sicht versperren.
Ebenso müssten Urlauber in Bayern wie die Einheimischen auf die klare und saubere Seeluft verzichten, die Kopf und Seele freimacht, und stattdessen mit dem ewigen Fön leben, der es so schwer macht, einen klaren Gedanken zu fassen ...
Dies alles, so der Getreue weiter, sei für den Tourismus in Bayern schlimm,
aber noch kein Grund zu resignieren. Denn bisher hätten sie noch immer Mittel und Wege gefunden, sich gegen Nordlichter zu behaupten. - Wenn da nur nicht dieser vermaledeite Zingst-Virus wäre, der alles und jeden befällt, der nur in die Nähe von Zingst kommt. So geschehen auch seinen mitreisenden Kameraden ...


Leute, die Niederschrift des bayrischen Hofschreibers ist zwar nur noch in Fragmenten erhalten (Der Rest ist wohl den Bücherwürmern in den Archiven der bayrischen Staatskanzlei - oder dem Zensor - zum Opfer gefallen.). Dennoch weiß jeder, der schon mal in Zingst war oder mit einem Zingst-Urlauber gesprochen hat, was der Getreue seinem König über Zingst vorschwärmte und was es mit dem Zingst-Virus auf sich hat.

Ein Rätsel bleibt jedoch, wieso es einem der Getreuen gelang, nach Bayern zurückkehren, ohne sich infiziert zu haben. - Hatte er etwa ein Geheimrezept gegen den Zingst-Virus, wie die Überschrift der Geschichte vermuten lässt?

Überliefert ist nur, dass damals - anno 9 - am bayrischen Hofe eine Kommission mit dem unverfänglichen Titel „Freundeskreis Zingst" gegründet wurde und dieser Freundeskreis dann ein Kochbuch mit dem Titel „ ... ein Kochbuch der Freundschaft" herausbrachte und für wenig Kreutzer an Zingster und Zingst-Urlauber verkaufte!

Ein Exemplar dieses Kochbuches liegt mir vor. Es ist eine Sammlung alter bayrischer und norddeutscher Rezepte, schön garniert mit Illustrationen und kleinen Anekdoten.

Eines dieser Rezepte könnte das Geheimrezept gegen den Zingst-Virus sein. Doch welches? Vielleicht die Sauerampfer-Suppe, die schon so schrecklich klingt, wie sie wahrscheinlich auch schmeckt? Oder der Ameisenkuchen, der eher wie ein Anti-Rheuma-Mittel klingt?

Wer es wissen will, der sollte die Rezepte aus diesem Kochbuch, die wir in loser Folge mit ins Netz stellen wollen, einfach mal ausprobieren.!


Euer Aal - Fred

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